B17 Mehr Zeit und Expertise für Sexualaufklärung an Schulen

AntragstellerInnen:

SPDqueer

Empfänger:
Landesparteitag
Landtagsfraktion

Mehr Zeit und Expertise für Sexualaufklärung an Schulen

Wir fordern, dass in bayerischen Schulen den Themen Sexualität und Partnerschaft genügend Zeit gewidmet wird. Damit fordern wie auch ein und auf hierzu die Vielfalt an Vereinen und Expert*innen zu nutzen solche Unterrichtseinheiten in den Schulen durchzuführen. Dabei muss es aber um mehr gehen als nur Kondom und Pille, sondern es müssen Themen angesprochen werden wie: „Welche Formen von Partnerschaft und Familie gibt es?“, „Hetereo-, Homo-, Bisexualität und Transidentität gehören gleichermaßen zu unserer Gesellschaft!“ und vor allem bei Jugendlichen: „Wie gehe ich mit meiner eigenen sexuellen und geschlechtlichen Identität um? Wo kann ich mich bei Fragen hinwenden?“ Gerade dieser letzte Punkt ist mit Blick auf Studien zu Suizid(gedanken unter LGBTIQ-Jugendlichen wichtig.

Konkret fordern wie, dem Thema Sexualität und Partnerschaft in allen Schularten ab der siebten Jahrgangsstufe mehr Zeit im Unterricht einzuräumen. Dazu gehört ausdrücklich die Möglichkeit, externe Expert*innen zu einzelnen Unterrichtseinheiten einzuladen.

Darüber hinaus soll den Schulen ermöglicht werden, zusätzliche Aktionstage zum Thema Sexualität und Partnerschaft zu organisieren, die finanziell und ideell vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus zu unterstützen sind.

Begründung:

Schulen sind der Ort für Bildung in unserer Gesellschaft, den alle Bürger*innen in ihrem Leben passieren müssen. Schule ist auch der Ort, an dem für das Leben gelernt werden soll - dabei geht es nicht nur um Theoriewissen, sondern auch um lebenspraktisches Wissen. Gerade in einer Gesellschaft, die sich weiter ausdifferenziert und dadurch in allen Bereichen des Lebens komplexer statt einfacher wird, kommt der Bildung in unserem Land ein hoher Stellenwert zu.

 

Das gilt auch für die Vermittlung unserer Werte, zu denen Akzeptanz und Offenheit gehören müssen. Diese Akzeptanz und Offenheit gelten auch für den Bereich Sexualität und Partnerschaft, genauer: Sie gelten für die verschiedenen Lebensformen, in denen Menschen sich heute zusammenfinden, und die sexuelle und geschlechtliche Identität, die wir kennen und die von unseren Mitmenschen gelebt werden.

Fakt ist: Unsere Bildungseinrichtungen unternehmen viele Anstrengungen um diese Themen in den Unterricht in verschiedener Art und Weise einfließen zu lassen. Texte im Deutschunterricht, Gesetze im Recht- bzw. Sozialkundeunterricht. Damit sind viele Lehrer*innen engagiert unsere Werte zu vermitteln.

 

Fakt ist jedoch auch: Nicht alle Lehrer*innen können bei den Themen Sexualität und Partnerschaft die gleichen Inhalte vermitteln und gleichzeitig mit den Fragen oder Irritationen der Schüler*innen zu diesen Themen professionell und einfühlsam umgehen. Einer der Gründe ist der Erfahrungs- und Kenntnisstand der Lehrer*innen, ein anderer ist die Zeit, die für diese Themen tatsächlich in unseren Bildungseinrichtungen gegeben wird.

Dabei gibt es in Deutschland viele überparteiliche sowie über- oder umkonfessionelle Vereine und auch die Gesundheitsämter, die sich genau mit diesen Themen seit Jahren beschäftigen und damit viel Fachwissen gesammelt haben und dieses auch in Unterrichtseinheiten vermitteln wird. Diese Vereine und auch die Gesundheitsämter werden zwar zu diesen Themen herangezogen, aber dabei geht es meist nur um die Verhütung von Schwangerschaften und STI’s.

Empfehlung der Antragskommission: Annahme

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