S21 Erste Hilfe verdoppelt Überlebenschance

AntragstellerInnen:

Bezirk Mittelfranken

Empfänger:
Bundesparteitag
Landesparteitag

Erste Hilfe verdoppelt Überlebenschance

Eine Aufklärungskampagne der Bundesregierung zum Thema Erste Hilfe ist unerlässlich. In Zukunft soll es bereits an den Schulen verbindliche, jährliche Erste-Hilfe-Kurse in regelmäßigen Abständen geben. Außerdem sollen Erste-Hilfe-Schulungen in jedem Betrieb/jeder Firma mit Freistellung für alle Arbeitnehmer verpflichtend werden. Ebenso soll die Installierung einer speziellen App, die bei einem Notruf automatisch ausgebildete Ersthelfer in der Nähe per SMS benachrichtigen und die Position des Anrufers übermitteln bundesweit eingeführt werden.

Begründung:

In Deutschland erleiden jedes Jahr schätzungsweise 70.000 bis 100.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. 80-90 Prozent der Verletzten überleben das nicht. Ein Grund hierfür ist, das hierzulande nur wenige Deutsche bereit sind, in Notsituationen mit einer Herzdruckmassage zu helfen. Laut der Erhebung des Reanimationsregisters der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie (DGAI) starten nur zirka 15 Prozent der Deutschen in Notsituationen überhaupt einen Wiederbelegungsversuch und schneiden damit im EU-weiten Vergleich erschreckend schlecht ab. In anderen EU-Staaten, wie z.B. in Norwegen oder Schweden ist Erste Hilfe eine Selbstverständlichkeit, 60 Prozent der Bevölkerung machen eine Herzdruckmassage. Das Problem ist, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung nur einmal im Leben zu einem Erste-Hilfe-Kurs verpflichtet wird, nämlich für den Führerschein. Dabei ist bekannt, dass je besser die Menschen informiert sind, desto eher sind sie bereit zu helfen.

Studien zufolge (Karolinska-Institut, Stockholm) ist die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Personen, die eine Herzdruckmassage möglichst schnell erhalten haben, doppelt so hoch, wie bei Patienten, denen nicht oder zu spät geholfen wurde (fehlende Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Notarztes). Pro Minute  sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zirka 10 Prozent und ist folglich nach Ablauf von 10 Minuten nur noch sehr gering. Demgegenüber steht eine Hilfsfrist von Rettungskräften von 12 Minuten, woraus ersichtlich ist, wie wichtig und essentiell Erste Hilfe sind.

Empfehlung der Antragskommission: Ablehnung

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