B1 Zukunftsfähige Schulpolitik

AntragstellerInnen:

Jusos Bayern

Empfänger:
Landesparteitag
Landesvorstand
Landtagsfraktion

Zukunftsfähige Schulpolitik

Gemeinsam, ganztags, gerecht: Ein neues Schulsystem
Wir fordern die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems und eine grundlegende Neuorientierung in der Schulpolitik. Zudem soll das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern abgeschafft werden und bundesweite Richtlinien etabliert werden.
Anstelle der aktuellen Schulen soll die „Gemeinschaftsschule“ treten. Die Gemeinschaftsschule ist für alle Jugendlichen bis zum Abschluss des zehnten Schuljahres verpflichtend. Der Unterricht findet ganztags statt und soll inhaltlich sowohl unverzichtbares Grundwissen als auch eigene Interessen fördern.
Die vertiefte Auseinandersetzung mit einem breiten Spektrum an Fächern erachten wir als erstrebenswert. Insbesondere in den geisteswissenschaftlich-sozialwissenschaftlichen, naturwissenschaftlich-technischen und sprachwissenschaftlich-literarischen Bereichen setzen wir die Vermittlung von Grundwissen durch den Unterricht voraus.       Die Vermittlung des Wissensstocks soll dabei in einer freien und an die Bedürfnisse der Schüler*innen angepassten Atmosphäre erfolgen, die sowohl Lehrkraft, als auch Schüler*innen Freiraum für Kreativität und Entfaltung bietet. Dabei sind zur Verbesserung der Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung dennoch Mindeststandards einzuhalten. Die Entfaltung der individuellen Stärken und Vorlieben der Schüler*innen, möchten wir mit zusätzlichen Wahlmodulen aus Bereichen wie Sport, Kunst oder Musik fördern.
Künstlerische, musikalische und sportliche Aktivitäten sollen in Kooperation mit den Verbänden und Vereinen vor Ort angeboten werden, um einfachen Zugang zu kultureller Teilhabe zu ermöglichen.
Ebenso sollen alle Schulen ganztags unterrichten, um auf Hausaufgaben verzichten zu können. Selbstverständlich muss dabei ein kostenfreies Mittagessen angeboten werden, welches stets eine vegetarische Variante anbietet.
Ebenfalls sollen an Schulen einmal im Jahr (am besten am Schuljahresende) eine Projektwoche stattfinden, in denen Lehrkräfte zu verschiedenen Themen ihrer Wahl Projekte für Schüler*innen anbieten können, um die Schulgemeinschaft zu stärken und eine große Vielfalt an Themen ansprechen zu können. Gerade auch politische Themen sollen hier eine große Rolle spielen.
Die Bundeswehr soll keine Möglichkeit mehr haben, sich an Schulen präsentieren zu können. Schulen sind ein geschützter ziviler Raum, die Anwerbung für das Militär hat dort nichts zu suchen.
Kein Konkurrenzkampf an unseren Schulen
Wir lehnen die Leistungsorientierung und den daraus folgenden Konkurrenzkampf unter Schüler*innen ab. Wir fordern daher eine Abschaffung der Noten.
Um Schüler*innen dennoch Rückmeldung über Lernerfolge zu geben, soll am Ende des Jahres in einem Bericht dargestellt werden, welche Themen in den entsprechenden Fächern erfolgreich behandelt wurden und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.Um die Lehrkräfte zu entlasten, soll es ermöglicht werden, diesen Bericht stückweise über das Schuljahr neben der Korrektur zu aktualisieren.
Gute Bedingungen für unsere Lehrkräfte
Um Lehrkräfte, insbesondere Klassenleitungen, zu entlasten, soll der Zugang der Schulen zu Beratungslehrkräften und Schulpsycholog*innen im Vergleich zum bisherigen Status ausgebaut werden, sodass alle Schule jederzeit unbürokratisch und schnell Zugang haben. Es muss selbstverständlich werden, dass das Kulturministerium eher zu viele Lehrkräfte einstellt als zu wenig, um so Stundenausfälle zu minimieren.
Auch ist uns klar, dass der ausschließlich theoretische Zugang nicht ausreichend ist. Auch im Unterricht muss sich ausreichend damit beschäftigt werden, wie der eigene psychische Zustand reflektiert werden kann und es Freiräume gibt dies zu tun. Es muss vermittelt werden, dass verschiedene Formen psychischen Leids in jedem Fall behandelt werden können und es Hilfe gibt, die in Anspruch zu nehmen selbstverständlich ist.
Ebenso sollen Schülerinnen und Schüler in Fächern wie Biologie, Ethik und Sozialkunde über verschiedene sexuelle Orientierungen und Identitäten aufgeklärt werden.
Kostenfreiheit für Schüler*innen
Der Schulweg soll für alle Schüler*innen, ungeachtet ihres Wohnortes oder ihrer Jahrgangsstufe, kostenfrei sein und erstattet werden. Wir fordern daher ein kostenloses landesweites Nah- und Regionalverkehrsticket für Schüler*innen und Auszubildende.
Die Schule soll alle Lehrmittel kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen, sodass hier keine zusätzlichen Lehrmittel mehr gekauft werden müssen. Lektüren sollen ebenfalls zur Verfügung gestellt werden und sollen in das Eigentum der Schüler*innen übergehen. Die Diversität der Lektüren soll zwingend erhalten bleiben. Bei Beschädigung sind die Schüler*innen zu Schadensersatz verpflichtet.
Kosten für Klassenfahrten und Ausflüge sollen grundsätzlich durch das Land getragen werden.
Internationalisierung
Es soll ein offizielles (staatliches) Programm initiiert werden, welches Schulen in Bayern mit Partnerschulen im Ausland verknüpft. So sollen Brieffreundschaften und Begegnungen zwischen Schüler*innen aus unterschiedlichen Ländern entstehen. Ein verstärkter Ausbau des bilingualen Unterrichts wäre hier besonders wünschenswert.

Beschluss

Annahme

Überweisen an:

Landesvorstand, Landtagsfraktion

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